Adding to the Noise – The Commodification of Music

Schon wieder ein englischer Titel für einen deutschsprachigen Blogeintrag. Naja. Vielleicht wird das ja zur Gewohnheit. Zur Sache:

Während ich vorhin einmal mehr, statt für die Prüfungen zu lernen, die wohl beliebteste aller Prokrastinationstaktiken verfolgte, fand ich auf Facebook einen interessanten Artikel (http://www.berlin-mitte-institut.de/kritik-anleitung-einfach-mal-wieder-richtig-musik-hoeren/).

Ich hatte mir nämlich kurz vorher ein paar ähnliche Gedanken gemacht, was  Musik angeht. Zum einen, weil ich mich im Rahmen meines Studiums ein bisschen mit Konsum auseinandersetze zum anderen wegen eines Artikel über die Rundfunkgebührenreform (http://www.focus.de/politik/deutschland/kosten-des-neuen-rundfunkbeitrags-koeln-verweigert-zahlung-der-zwangsabgabe-kommunen-fordern-reform_aid_909062.html). Offenbar ist Musik im Alltag so selbstverständlich geworden, dass ausnahmslos jeder Haushalt und jede Betriebsstätte (und jedes Fahrzeug) abkassiert wird, weil man (zu Recht) davon ausgeht, dass der Anteil ohne audiovisuellen Berieselungsoutlet verschwindend gering ist.

Die Musik ist für die Meisten ein ständiger Begleiter, je nach Situation freiwillig oder unfreiwillig. Um so weniger, scheint mir, sind wir in der Konsumgesellschaft aufgezüchteten Verbraucher dazu in der Lage, das was wir hören auch wirklich anzuhören, also bewusst wahrzunehmen. Musik ist eine Konstante in unseren postmodernen Leben und ein großer wirtschaftlicher Faktor. Musik hat auch ohne bewusst wahrgenommen zu werden angenehme Effekte, sie spricht auch unser Unterbewusstsein an, löst Emotionen aus. Deshalb fehlt sie in keinem Werbespot. Der Kauf, die Benutzung, kurzum der Konsum des Produktes soll mit positiven Gefühlen assoziiert werden, wie sie eben die Musik auslöst. Die wird dabei oft selbst zur Ware. Das ist nicht grundsätzlich schlecht. Musik ist heute nicht mehr so elitär. Sie ist praktisch jedem zugänglich, wenn gewollt auch ohne Bezahlung. (Niemand sollte dem Trugschluss aufsitzen allein durch Nichtbezahlung der Konsumgesellschaft an sich entronnen zu sein.)

Deshalb fand ich den Artikel recht passend, wenn auch die Anleitung ein bisschen esoterisch anmuten mag und ich glaube, dass ähnliches nicht nur mit einem DJ-Mix sondern auch mit dem Album einer Band funktioniert. Musik zu konsumieren, ihre nützlichen Effekte zu nutzen ist nicht unbedingt falsch. Aber es ist etwas anderes, die Musik als solche anzuerkennen und wahrzunehmen. (Ähnlich verhält es sich auch mit Bildung, die einem oft, ganz unhumboldtsch, als Mittel zum Zweck präsentiert wird.)

Deshalb ist vom Grundsatz her wichtig und richtig: Es kann gewinnbringend sein sich auf Musik einzulassen, und sie sonst auch mal auszulassen.

Advertisements